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Vor US-Open-Start: Zverev kritisiert angeblich unterschiedliche Bälle – stecken wirklich die Bälle hinter den Verletzungen?

Vor US-Open-Start: Zverev kritisiert angeblich unterschiedliche Bälle – stecken wirklich die Bälle hinter den Verletzungen?

Alexander Zverev beklagt die unterschiedliche Qualität der Tennisbälle bei Profi-Turnieren. Sie könnte seiner Ansicht nach Verletzungen begünstigen.

Alexander Zverev hat die Qualität der Spielbälle im Profitennis kritisiert und sieht einen Zusammenhang zu mehreren Verletzungen bei jungen Topspielern. Immer wieder bemängeln auch weitere Topspieler, dass sich die Bälle von Turnier zu Turnier unterschiedlich anfühlen und verhalten. „Die Bälle sind einfach ein bisschen toter geworden, man muss mehr auf den Ball draufhacken, damit der Ball irgendwo hingeht“, sagte der 29‑Jährige. Alexander Zverev hatte bereits bei den US Open 2023 deutliche Kritik geäußert. Besonders bei windigen Bedingungen sei es mit dem damals verwendeten Ball extrem schwierig gewesen, Tennis zu spielen, erklärte der Deutsche. Aus seiner Sicht war der Ball schlicht zu leicht.

Drei Jahre später ist Zverev weiterhin unzufrieden. Vor Beginn der diesjährigen US Open kritisierte der French-Open-Sieger, dass man stärker auf den Ball einschlagen müsse, um ausreichend Tempo zu erzeugen. Genau darin sieht der 29-Jährige auch einen möglichen Zusammenhang mit den zunehmenden Problemen an Handgelenken, Ellenbogen und Armen.

Auswirkungen auf Flugbahn und Geschwindigkeit

Zverevs Bedenken kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Verletzungen auch bei anderen Spitzenspielern eine Rolle spielen. Carlos Alcaraz kehrt in New York nach einer mehr als viermonatigen Pause wegen einer Handgelenksverletzung auf die Tour zurück. Der frühere Weltranglisten-Vierte Jack Draper verpasst das Turnier aufgrund einer Knochenprellung am linken Arm. Zverev sieht dabei nicht nur individuelle Ursachen. Grundsätzlich, so seine Einschätzung, könnten sowohl der Untergrund als auch die verwendeten Bälle eine Rolle spielen.

Mit seiner Forderung nach mehr Einheitlichkeit steht Zverev nicht allein. Auch Novak Djokovic hatte bereits 2023 kritisiert, dass sich die Spieler regelmäßig auf unterschiedliche Bälle einstellen müssten. Der Serbe forderte damals mehr Konstanz und verwies ebenfalls auf mögliche Belastungen für Handgelenke, Ellenbogen und Schultern. Unterstützung erhält diese Position unter anderem von Daniil Medwedew, Carlos Alcaraz und Stan Wawrinka.

Doch warum unterscheiden sich die Bälle überhaupt? Auf der ATP-Tour kommen verschiedene Modelle und Marken zum Einsatz, unter anderem von Dunlop und Yonex. Innerhalb des Regelwerks gibt es dabei gewisse Spielräume: Der Durchmesser darf zwischen 6,54 und 6,86 Zentimetern liegen, beim Gewicht sind Werte zwischen 56,0 und 59,4 Gramm zulässig. Auch solche auf den ersten Blick kleinen Unterschiede können Auswirkungen auf Flugbahn und Geschwindigkeit haben.

Zverev in New York erstmals Nummer eins der Setzliste

Welcher Hersteller zum Einsatz kommt, entscheiden die jeweiligen Turnierveranstalter. Sie können eigene Verträge mit den Ballproduzenten abschließen. Genau das macht eine einheitliche Lösung schwierig. Der Wunsch vieler Profis ist dagegen eindeutig: möglichst vergleichbare Spielbedingungen und damit auch einheitlichere Bälle.

Eine kurzfristige Änderung ist in diesem Jahr jedoch nicht zu erwarten. Bei den US Open müssen sich die Spieler deshalb erneut auf die dort verwendeten Bälle einstellen. Für Zverev dürfte die Anpassung besonders wichtig sein, nachdem er nach dem verlorenen Wimbledon-Finale gegen Jannik Sinner keinen überzeugenden Start in die nordamerikanische Hartplatzsaison erwischte. Bei den Turnieren in Montreal und Cincinnati kam er zusammen lediglich auf zwei Siege.

Dennoch zeigt sich Zverev mit seiner Entwicklung zufrieden. Im Training laufe es gut, und seine Form verbessere sich kontinuierlich, erklärte der Deutsche. Die Fortschritte der vergangenen Wochen stimmten ihn zuversichtlich.

Durch die verletzungsbedingte Absage des Weltranglistenersten Sinner geht Zverev in New York erstmals als Nummer eins der Setzliste in ein Grand-Slam-Turnier. Große Bedeutung misst er dieser Position allerdings nicht bei. Die Setzung sei zwar eine Bestätigung für gute Leistungen, entscheidend sei letztlich etwas anderes: wer am Ende des Turniers noch im Wettbewerb steht.

Quellen: Sportschau.de, DPA, „Frankfurter Rundschau“

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