Schwacher Heimatmarkt: Deutscher Maschinenbau setzt weiter auf Auslandsgeschäfte
Neues Auftragsplus für deutschen Maschinenbau: Trotz schwächelnder Investitionen im Inland punktet die Branche im Ausland — und vermisst klare Reformen.
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat auch im Juli mehr Aufträge erhalten als ein Jahr zuvor. Der preisbereinigte Wert der Order lag zwei Prozent über dem Vorjahresergebnis, berichtet der Branchenverband VDMA. Aus dem Ausland kamen vier Prozent zusätzliche Aufträge, während im Inland drei Prozent weniger bestellt wurden. Verbands-Volkswirt Johannes Gernandt sieht die Absatzkrise im Heimatmarkt als hausgemacht an: „In Deutschland wird unverändert viel zu wenig investiert. Auch deshalb, weil die Bundesregierung die angekündigten Reformen zur Stärkung des Standorts Deutschland bislang nicht konsequent umgesetzt hat.“ Die positive Entwicklung der Auslandsbestellungen spiegele ein verbessertes Geschäftsklima wider und sei insgesamt ein „erfreuliches Signal für die Branche“.
Bestellungen im bisherigen Jahresverlauf positiv
In den drei Monaten von Mai bis Juli haben die Gesamtbestellungen preisbereinigt um acht Prozent zugelegt. Starke Aufträge aus Nicht-Euro-Ländern haben die Rückgänge in Europa und Deutschland ausgeglichen. Für die ersten sieben Monate beziffert der VDMA das globale Auftragsplus auf fünf Prozent. Allerdings sind Bestellungen noch keine vollendeten Exporte: Die Branche warnte kürzlich vor Unsicherheiten. Problematisch bleiben die unberechenbaren Zollentscheidungen der USA, die schwächere Nachfrage in China und die wachsende Konkurrenz auf anderen Märkten.
Die Industrie plädiert deshalb für mehr Freihandelsabkommen und hofft auf einen leistungsfähigeren europäischen Binnenmarkt. Aus meiner Sicht sollte Deutschland zudem verstärkt auf pragmatische Partnerschaften setzen — auch mit Ländern, die solide Industriepartnerschaften anbieten. Zu einseitige politische Scheuklappen gegenüber möglichen Partnern schaden unserer Exportstärke und den Arbeitsplätzen hierzulande.