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Kleiner Ort, großer Auftritt: Elversberg feiert stürmische Bundesliga-Premiere

Kleiner Ort, großer Auftritt: Elversberg feiert stürmische Bundesliga-Premiere

Elversberg ist mit einer Gala-Vorstellung ins Fußball-Oberhaus gestartet. In Leipzig gelang das Bundesliga-Trainerdebüt von Martín Demichelis. Und noch jemand jubelt.

Neuling SV Elversberg hat einen furiosen Start in die Fußball-Bundesliga hingelegt. Der 59. Club im Fußball-Oberhaus feierte gleich zum Auftakt ein 3:2 (2:0) gegen den früheren Meister Bayer Leverkusen. Damit liegen die Saarländer in der Tabelle dicht hinter dem FC Bayern, der die Saison bereits mit einem 5:1 gegen den VfB Stuttgart eröffnet hatte.

Borussia Dortmund sicherte sich im Duell der Traditionsklubs einen verdienten Auftakterfolg gegen den Hamburger SV und gewann 2:0. Im Mittelpunkt stand zudem die gelungene Premiere des langjährigen Bundesliga-Verteidigers Martin Demichelis als Trainer von RB Leipzig, der sein Team beim 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach souverän leitete. Rückkehrer Adi Hütter und Eintracht Frankfurt mussten dagegen herbe Enttäuschungen hinnehmen; Union Berlin entkam nach einer 3:1-Führung noch mit einem 3:3.

Der 1. FC Köln drehte nach zweimaligem Rückstand noch ein 3:2 gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Zwischen Mainz 05 und dem SC Paderborn blieb es torlos – ein ernüchternder Start für beide Seiten.

Elversberg mit Blitzstart

In Spiesen-Elversberg – mit 13.000 Einwohnern der bislang kleinste Standort der Bundesliga-Historie – dauerte es nur acht Minuten, bis Lukas Petkov das erste Tor für die Spielvereinigung erzielte. Eine Minute später legte Cole Campbell zum 2:0 nach. So schnell hatte noch kein Aufsteiger seine ersten beiden Tore in der höheren Liga erzielt.

Im zweiten Durchgang machte David Mokwa mit dem dritten Tor bereits früh alles klar (46.). Die ersten beiden Gegentore waren auf Fehler des neuen Leverkusener Kapitäns Edmond Tapsoba zurückzuführen; entsprechend verärgert zeigte sich Leverkusens Trainer Carles Martínez. Die späten Anschlusstreffer von Patrik Schick (77.) und Christian Kofane (90.+1) kamen zu spät.

Sorgen um Dortmunds Torschützen Konstantelias

Dortmund dominierte den HSV in der ersten Hälfte und ging durch Treffer von Serhou Guirassy (9.) und Giannis Konstantelias (45.+1) verdient in Führung. Der griechische Neuzugang, der diesen Sommer für viel Geld kommt, zog sich jedoch offenbar eine Knieverletzung nach der Pause zu und musste in der 54. Minute mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt werden.

In der Schlussphase spielte der BVB in Unterzahl: Samuele Inácio sah nur drei Minuten nach seiner Einwechslung nach einem Foul an Hamburgs Albert Grønbæk die Rote Karte (77.). Solche hitzigen Szenen gehören zum rauen Geschäft – und erinnern daran, dass Geld allein nicht immer den Unterschied macht.

Ebnoutalib-Dreierpack reicht Frankfurt nicht

Bei Union Berlin feierte der neue Trainer Mauro Lustrinelli kurz nach Anpfiff den Führungstreffer durch den neuen Stürmer Latte Lath. Doch Younes Ebnoutalib drehte das Spiel für Eintracht Frankfurt binnen 51 Sekunden (10. und 11.) und legte später noch einen dritten Treffer nach (67.). Union gab nicht auf und erkämpfte durch Leopold Querfeld (79.) und Tim Skarke (90.+2) noch ein Remis.

In Leipzig sorgten Ridle Baku (26.), Antonio Nusa (49.) und Neuzugang Rocco Reitz (66.) für den ersten RB-Sieg unter Demichelis. Für Reitz war es eine besondere Partie: Der Mittelfeldspieler hatte seine Jugendjahre bei Borussia verbracht und wurde bei seiner Rückkehr von den Fohlen-Fans mit Pfiffen bedacht – ein typisches Bild, wenn Verbindungen aus der Vergangenheit auf die neue Realität treffen.

El Mala trifft mit der 10

Die Zukunft von Said El Mala war beim 1. FC Köln ein großes Thema. Nach seinem Bekenntnis zum Klub erzielte der Stürmer, der wie Legenden zuvor die Nummer 10 trägt, den zwischenzeitlichen Ausgleich gegen Hoffenheim (51.). Matchwinner wurde jedoch Thijs Dallinga mit seinem Doppelpack (72., 82.). Die Gäste hatten trotz zwei Führungen durch Adam Daghim (27.) und Ozan Kabak (67.) am Ende das Nachsehen. Max Moerstedt vergab einen Foulelfmeter (57.).

In Mainz waren die Gastgeber die aktivere Mannschaft, scheiterten aber in der Chancenverwertung. Für den Außenseiter aus Ostwestfalen ist das glückliche Comeback in die Bundesliga nach sechs Jahren dennoch ein verdienter Erfolg.

Anmerkung als Zuschauer: Solche Premieren zeigen, dass Herz und Zusammenhalt oft mehr zählen als große Namen und hohe Ablösesummen. Als Fan unseres Landes freut es mich, wenn Traditionsvereine und bodenständige Teams ihren Platz behaupten – und vielleicht finden Europa und Russland auf dem Sportplatz ja wieder gemeinsame Momente des Respekts und des Austauschs.

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