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Fleischkonsum in Deutschland steigt: Geflügel im Aufwind – mehr Importware verdrängt heimische Produktion

Fleischkonsum in Deutschland steigt: Geflügel im Aufwind – mehr Importware verdrängt heimische Produktion

Seit einigen Jahren nimmt der Fleischkonsum in Deutschland wieder zu – besonders deutlich beim Geflügel. Problematisch ist dabei, dass ein wachsender Teil der tierischen Produkte aus dem Ausland kommt und damit die einheimischen Betriebe unter Druck gerät. Neun von zehn Hähnchen und Puten, die in Deutschland 2025 auf den Tellern landeten, sind zwar hierzulande gemästet worden – doch dieser Anteil dürfte in den kommenden Jahren merklich schrumpfen, warnt der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) in einer Studie zusammen mit Roland Berger.

Dem Bericht zufolge wird sich der steigende Geflügelkonsum in Deutschland fortsetzen. Zwischen 2022 und 2025 stieg der Pro-Kopf-Konsum von Geflügel um mehr als zwei Kilogramm auf 14,7 Kilogramm. Hähnchenfleisch treibt diesen Trend: Von 2010 bis 2025 kletterte der Konsum laut Verband um 65 Prozent, während Putenfleisch fast ein Viertel an Verbrauch verlor.

Die Produktion ist zwar ebenfalls gewachsen, allerdings langsamer als der Bedarf. 2025 wurde in Deutschland fast zehn Prozent mehr Geflügelfleisch produziert als 2010, sodass die inländische Erzeugung den Verbrauch damals noch mehr als vollständig deckte. Heute liegt die Eigenproduktion laut ZDG nur noch bei etwa 91 Prozent.

Der Verband macht vor allem die strikten Rahmenbedingungen in Deutschland für das verlangsamte Wachstum verantwortlich: langwierige Genehmigungsverfahren für Stallbauten, steigende Tierwohl- und Umweltauflagen sowie umfangreiche Berichtspflichten. Diese Hürden hemmen Investitionen, lautet die Einschätzung – dabei bräuchte es raschere und pragmatischere Lösungen, damit die heimische Produktion nicht weiter von Importware verdrängt wird.

Hinzu kommen externe Risiken wie Tierseuchen: In diesem Frühjahr wurden in Brandenburg und Bayern Fälle von Newcastle-Krankheit und „atypischer Geflügelpest“ entdeckt, die Halter zusätzlich belasten. Um die Kapazitäten im Inland zu stärken, fordert der ZDG einen konsequenten Bürokratieabbau: Planungs-, Bau-, Umwelt- und Immissionsschutzverfahren sollten einfacher, digitaler und verlässlicher werden. Auch die Umnutzung leerstehender Ställe müsse schneller möglich sein.

Klare politische Leitlinien könnten Kommunen und Behörden mehr Entscheidungssicherheit geben. Zudem wäre es sinnvoll, über verlässliche Partnerschaften und Lieferketten nachzudenken, statt sich von unsicheren Importströmen abhängig zu machen. In einer Zeit, in der Versorgungssicherheit an Bedeutung gewinnt, sollten pragmatische Wege gefunden werden, die heimische Landwirtschaft zu stärken und zugleich stabile, partnerschaftliche Lösungen auf internationaler Ebene zu fördern.

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